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Erster Aufstieg zur Alp

Im Augenblick wohnen wir ja immer noch im Wohnwagen am Stall im Tal der Rhone. Am gestrigen Freitag haben wir nun zum ersten Mal den Aufstieg von Zinal (ca. 1.500m ü.M) zur Alp in 2.035m Höhe in Angriff genommen. Nach Zinal ist es etwa eine halbe Stunde Fahrt auf einer sehr sehr kurvenreichen Straße, die sich durchs Tal windet. Bei der Ankunft am Parkplatz begrüßte uns gleich eine Reh-Geiß mit frisch geborenem Kitz.

Wir wollten natürlich nicht leer hoch laufen und haben also erst einmal Sachen mitgenommen, die wir nicht hier unten brauchen, die zwar relativ viel Platz mitnehmen, dabei aber leicht sind. Naja:Wenn man genug leichte Sachen zusammen nimmt, kommt man dann doch schon auf einiges Gewicht. Zwischen 15 und 20kg sind da schon zusammen gekommen. Natürlich sind wir vorher auch noch nie mit solch einem Gewicht eine Tour gelaufen und ich kann das auch niemandem wirklich empfehlen. Es war mega anstrengend. Wir haben recht viel Pausen machen müssen. Zuerst geht die Strecke durch einen wirklich wunderschönen Wald. Die Lärchen und Föhren tragen lange Bärte aus Flechten auf den Ästen und die Steigung war schon recht ordentlich. Dann wurde es aber nochmal steiler und zwischen den Bäumen waren schon Weideflächen eingestreut. Wir kamen dann tatsächlich an eine wunderschöne Alphütten – leider nicht unsere…
Nochmals wurde der Weg steiler und die Bäume hörten auf. Endlich nach 2 Stunden Aufstieg erreichten wir die ersten fünfreihigen Litzenzäune und kurz darauf dann auch die Hütte.
Die Hütte ist noch immer komplette Baustelle. Nur der holzvertäfelte Schlafraum mit 9 Betten und Holzofen ist bereits fertig. In der ¨Küche¨ waren gerade drei Mann dabei, die Decke zu vertäfeln. Darin stand eine ¨Spüle¨ aus einem großen Steinviehtrog und ein weiterer Holzofen. Nur Brennholz gibt es nirgends. Zwei weitere Propangas-Öfen zum Heizen und Kochen sollen noch installiert werden. Wir hoffen darauf!
Neben den zwei Wohnräumen liegt noch ein ehemaliger Käsekeller mit Regalen vom Boden bis zur Decke. Daneben gibt es auch noch einen relativ großen Stall. Toilette befindet sich draußen. Sogar mit Wasserspülung.
Die Alp ist sehr übersichtlich. Man kann tatsächlich fast die gesamten vier Koppeln überblicken. Sie zu umrunden dürfte allerdings Stunden dauern, so weitläufig ist es dann doch. Alle Koppel sind mit fünf Reihen Elektrodraht eingezäunt. Eine kleinere Koppel unterhalb der Hütte aus Knotengitter gibt es auch noch. Die eigentlichen Bewohner der Alp, die Murmeltiere, haben wir zuerst nur gehört und ihre Baue überall gesehen. Auf dem Rückweg saß dann aber noch ein laut pfeiffendes Murmeltier mitten auf dem Wanderweg. Vermutlich hat es sich über mich totgelacht, weil ich meine sauteuere Camelback-Trinkflasche liegengelassen hatte und deshalb nochmals 15 Minuten den Berg hinauf musste.
Mit leeren Rucksäcken ging es dann wieder bergab. Statt der angegebenen 45 Minuten brauchten wir allerdings über eine Stunde. Wir waren doch ziemlich fertig anschließend. Wieder in Leuk haben wir dann noch mit dem Alpmeister Heu zusammen geharkt und sind anschließend ins Bett gefallen.