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Ist 13 eine Glückszahl?

Eigentlich nicht. Und der 13. Juli war zwar kein Freitag, ein Glückstag aber auch nicht. Jedenfalls nicht für mich.
Nach dem zum Glück abgewehrten Adlerangriff verschlechterte sich das Wetter immer mehr. Erst viel mehr Nebel, dann Kälte. Der Regen ging erst in Hagel und Graupel und schließlich in nassen Schnee über.
Wir machten uns Sorgen um die Schafe, vor allem um die Lämmer. Die Schafe hatten sich über die komplette Weide 3 verteilt. Der Plan war, die Schafe mit Salz in den rechten Teil der Weide zu locken, wo Felsen und Bäume ein wenig Schutz bieten und die Hunde es auch im Nebel leichter haben, zu wachen.
Leider liessen sich die Schafe dieses Mal nicht locken. Ich begann also die verstreuten Schafe zusammen zu treiben. Sowas macht normalerweise Lio. Wegen Brutus ging das nun aber nicht. Während ich eine Gruppe Schafe den Berg hinuntertrieb, rutschte ich leicht mit dem Fuss aus. Das gab einen Ruck im Knie, zusammen mit einem Gefühl, als ob ein Gummiband reisst und auch ein entsprechendes Geräusch. Der stechende Schmerz liess mich dann gleich auf dem Hosenboden landen. Sofort waren die Maremmanos bei mir. Je einer links und rechts. Stubsten und leckten mich. Brutus ¨flöhte¨ sogar meinen Hut. Sie versuchten auch die Schafe abzublocken, die just in diesem Augenblick merkten, dass ich wohl Salz dabei hatte und mich von allen Seiten zu bedrängen begannen. Ich konnte noch einen Notruf an Jacy absenden. Die mir entgegen eilte während ich versuchte auf einem Bein den steilen rutschigen Hang hinunter zu kommen. Verfolgt von Schafen, die mich einklemmten, schubsten und die Hörner in alle Körperteile rammten. Zum Glück kam Jacy dann auch bald und hielt mir ein bißchen die Herde vom Hals.
Wir beschlossen, bis zum nächsten Tag abzuwarten, ob ich wieder laufen kann. Leider konnte ich das, trotz Jacquelines Pflege, auch am nächsten Morgen nicht. Die Ärzte im Tal lehnten einen Hausbesuch ab. Ins Tal laufen konnte ich auch nicht und Jacy war nicht bereit mich zu tragen. Obwohl ich abgenommn habe. Also blieb als letzte Wahl nur, den Helikopter zu rufen. So habe ich mal das Wallis von oben und das Krankenhaus in Sion von innen gesehen. Jetzt trage ich eine wunderschöne lila Beinschiene und geniesse den Luxus eines Hotelzimmers im Hotel du Rhone. Morgen werde ich versuchen meinen Weg zurück zur armen im Nebel gefangenen Jacy zu finden.